Island

Tag 1
Reisebeginn: 12. April 2025
Tag 1 — Anreise und erster Eindruck
Am 12. April startete unser Island-Abenteuer. Gegen 14 Uhr hoben wir in Berlin ab, mit an Bord: wir beide und unsere drei Kinder. Nach einem reibungslosen Flug landeten wir um etwa 15:30 Uhr in Reykjavík. Die Einreise verlief erstaunlich unkompliziert – das Gepäck kam schnell, die Kontrollen gingen zügig, und wenig später hielten wir bereits den Schlüssel für unseren Mietwagen in den Händen. Unser kleiner weißer Dacia erwartete uns schon; das Gepäck passte gerade so hinein, aber wir waren froh, mobil zu sein.
Unsere erste Unterkunft führte uns nach Keflavík, direkt an die Küste. Die Ferienwohnung war angenehm geräumig und sauber, auch wenn die Umgebung anfangs etwas gewöhnungsbedürftig wirkte. Doch der Blick auf das Meer machte das sofort wett, und auch die Kinder fühlten sich wohl.
Zur Orientierung: Keflavík ist eine kleine Hafenstadt auf der Halbinsel Reykjanes, die vor allem durch den internationalen Flughafen bekannt ist. Die vulkanische Umgebung ist ge-prägt von schroffen Lavafeldern und dem offenen Nordatlantik.
Am Abend stand noch der erste Großeinkauf an. Bei Netto war der erste Blick auf die Preise durchaus ein kleiner Schock — Island eben! Aber wir gewöhnten uns schnell an das Preisniveau und deckten uns mit allem ein, was wir für die nächsten Tage brauchten. Zurück in der Wohnung gab es ein gemütliches Abendbrot, und nach der langen Anreise fielen wir alle müde, aber zufrieden, ins Bett.
Wusstest du schon?
Island ist das am dünnsten besiedelte Land Europas: Auf einer Fläche fast so groß wie Bayern leben nur etwa 380.000 Menschen. Mehr als die Hälfte davon wohnt in und um Reykjavík! Das erklärt, warum manche Landstriche, besonders im Südwesten, so wild und einsam wirken.


Tag 2
Am nächsten Morgen stärkten wir uns erst einmal mit einem Frühstück in der Ferienwohnung. Anschließend erkundeten wir Keflavík und spazierten am Meer entlang. Die klare Luft, das Rauschen der Wellen und ein paar schöne Fotomotive machten den Spaziergang perfekt. Besonders beeindruckend war die Giant’s Cave, auf Isländisch „Gígjagjá“. Diese Höhle ist eine beeindruckende Lavaröhre, die durch jahrtausendealte vulkanische Aktivität entstanden ist. Die düstere, mystische Atmosphäre und die bizarren Felsformationen lieferten uns fantastische Fotomotive.
Zurück am Auto setzten wir unsere kleine Rundreise fort, diesmal in den Süden zum ältesten Leuchtturm Islands, dem „Reykjanesviti“. Er wurde 1878 erbaut, nachdem ein früherer Leuchtturm durch ein Erdbeben zerstört worden war. Der Leuchtturm thront auf einem Hügel an der zerklüfteten Küste und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Atlantik und die umliegenden Lavafelder.
Am Nachmittag folgte eines der Highlights des Tages: ein Besuch in der Blauen Lagune (Bláa Lónið). Diese weltberühmte geothermische Oase liegt mitten in einem Lavafeld und ist bekannt für ihr milchig-blaues Wasser, das durch Kieselsäure und Mineralien diesen einzigartigen Farbton erhält. Die Wassertemperatur liegt konstant zwischen 37 und 40 Grad Celsius – ideal zum Entspannen. Die Kinder hatten sichtlich Spaß im warmen Wasser, wir entspannten uns im Dampfbad und in der Sauna, gönnten uns ein Glas kühlen Weißwein und trugen uns mineralreiche Gesichtsmasken auf. Ein echtes Verwöhnprogramm!
Nach diesem entspannten Nachmittag machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Grindavík, ein kleiner Fischerort unweit der Blauen Lagune. Besonders beeindruckend war dort die Lava-Landschaft, Überreste der jüngsten Vulkanausbrüche in der Region, die eindrucksvoll zeigen, wie lebendig Island geologisch ist.
Danach ging es zurück zur Ferienwohnung — erfüllt von den vielen Eindrücken des Tages und voller Vorfreude auf die kommenden Abenteuer.
Wusstest du schon?
Das Wasser der Blauen Lagune stammt nicht aus einer natürlichen Quelle, sondern ist Nebenprodukt eines Geothermalkraftwerks! Dennoch ist es reich an Mineralien wie Kieselsäure und Schwefel und wirkt nachweislich positiv bei Hautproblemen wie Schuppenflechte. Heute zählt die Blaue Lagune zu den beliebtesten Wellnessorten der Welt.



Tag 3
Tag 3 — Reykjavík und ein Tag voller Naturwunder
Am 14. April machten wir uns auf den Weg nach Reykjavík, Islands Hauptstadt. Nach den ersten Tagen im Süden und rund um Keflavík war es spannend, nun auch das Herz des Landes zu erkunden. Wir stellten unser Auto in der Stadt ab und spazierten die sogenannte „Lavastraße“ entlang — offiziell ist das die Straße Laugavegur, die bekannteste Einkaufsstraße der Stadt. Ihren Spitznamen verdankt sie den zahlreichen vulkanischen Andenkenläden, Lava-Souvenirs und der rauen Pflasteroptik, die uns schon hier an die geologische Einzigartigkeit Islands erinnerte.
Unser Ziel war das Perlan – Wonders of Iceland, ein futuristisches Museum auf einem Hügel am Stadtrand. Perlan ist nicht nur ein architektonisches Highlight mit seiner riesigen Glaskuppel, sondern auch ein faszinierendes Naturkundemuseum. Die Kinder waren sofort begeistert, denn es gab viel zum Anfassen und Mitmachen.
Wir tauchten in die Aurora-Show ein, eine beeindruckende Multimedia-Präsentation, die uns die Magie der Nordlichter näherbrachte. Auch wenn wir sie bislang nicht live gesehen hatten, konnten wir hier nachvollziehen, wie sie entstehen und warum Island einer der besten Orte weltweit ist, um sie zu beobachten. Anschließend spazierten wir durch eine künstlich nachgebaute Gletscherhöhle aus echtem Eis – eine frostige Erfahrung, die uns den Aufbau und die Bedrohung dieser eisigen Riesen anschaulich vermittelte. Zum Abschluss erlebten wir die Vulkan-Show, eine audiovisuelle Reise in die Tiefen der Erde, die uns die Kraft und Gefahr der isländischen Vulkane eindrucksvoll vor Augen führte.
Besonders schön: Überall im Museum konnten die Kinder spielerisch lernen, selbst experimentieren und die Naturphänomene Islands entdecken.
Nach diesem erlebnisreichen Museumsbesuch bezogen wir unsere zweite Ferienwohnung, diesmal mitten in Reykjavík. Was für ein Glückstreffer! Die Wohnung war groß, hell und modern eingerichtet. Besonders genossen wir die Lage: ganz oben im Gebäude mit weitem Blick aufs Meer. Ein perfekter Ort, um die Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen.
Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet hatten, nutzten mein Mann und ich noch die Gelegenheit, um allein die Stadt zu erkunden. Ganz in Ruhe schlenderten wir durch die Straßen von Reykjavík, durchstöberten kleine Boutiquen und Souvenirgeschäfte und ließen uns einfach treiben. Natürlich zog es uns auch wieder ans Meer, wo wir nach einem passenden Restaurant für unser Abendessen Ausschau hielten.
Unsere Wahl fiel auf das Restaurant Krua-Thai, direkt in der Nähe unserer Ferienwohnung – eine fantastische Entscheidung! Das Essen war wirklich hervorragend. Ich entschied mich für Eiernudeln mit Tofu, eine köstliche Kombination, die ich nur empfehlen kann. Mein Mann wählte Thai-Nudeln mit Fisch und Meeresfrüchten, und auch die Kinder waren absolut begeistert von ihren Gerichten. Es tat gut, nach einem aktiven Tag in der Stadt so wunderbar zu essen.
Zurück in unserer Ferienwohnung machten wir die Kinder bettfertig und ließen den Abend entspannt auf der Couch ausklingen. Mit dem Blick auf das nächtliche Meer, die ruhige Atmosphäre der Stadt und einem Gefühl von Zufriedenheit genossen wir die gemeinsame Zeit zu zweit und freuten uns schon auf die Abenteuer des kommenden Tages.
Wusstest du schon?
Reykjavík bedeutet „Rauchbucht“ und wurde so genannt, weil die ersten Siedler den aufsteigenden Dampf der heißen Quellen sahen. Heute lebt über ein Drittel der gesamten isländischen Bevölkerung in dieser Stadt – und dank sauberer Geothermie wird fast jede Wohnung mit natürlicher Erdwärme beheizt!



Tag 4
Tag 4 — Zimtschnecken, Spalten und Geysire
Nach einem gemütlichen Frühstück mit frischem Gebäck aus der Bäckerei Brauð & Co und einer ruhigen Nacht ohne Nordlichter, dafür aber mit tollem Meerblick, hieß es für uns: Sachen packen und weiterziehen. Heute stand eines der bekanntesten Reiseziele Islands auf dem Plan – der Golden Circle, eine klassische Rundtour, die drei der spektakulärsten Natur-wunder des Landes verbindet.
Unser erster Halt war der Þingvellir-Nationalpark (Pingvellir) – ein Ort von historischer und geologischer Bedeutung. Hier wurde bereits im Jahr 930 n. Chr. das erste isländische Parlament gegründet. Besonders beeindruckend ist die Almannagjá-Spalte, ein gewaltiger Riss in der Erdkruste, wo die nordamerikanische und eurasische Kontinentalplatte sichtbar auseinanderdriften. Wir spazierten durch die Felsspalten, bewunderten die rauen Gesteinsformationen und machten einen Abstecher zum Öxarárfoss, einem kleinen Wasserfall mitten im Nationalpark. Die Atmosphäre war ruhig und ursprünglich – einfach wunderschön.
Weiter ging es zum Geysir-Geothermalgebiet im Haukadalur-Tal. Auch wenn der berühmte „Große Geysir“ selbst nur selten ausbricht, bietet die Umgebung eine faszinierende Kulisse aus heißen Quellen, blubbernden Schlammbecken und dampfenden Feldern. Besonders aufregend war der Strokkur, ein aktiver Geysir, der etwa alle 5 bis 10 Minuten eine bis zu 20 Meter hohe Wasserfontäne in den Himmel schießt – ein Spektakel, das wir gleich mehrfach bewunderten.
Unser dritter Stopp war der imposante Gullfoss, auch bekannt als „der goldene Wasserfall“. Der mächtige Wasserfall stürzt in zwei Kaskaden in eine tiefe Schlucht – das Donnern des Wassers und der aufsteigende Sprühnebel machten diesen Ort zu einem unserer bisherigen Lieblingsmomente der Reise. Trotz des kräftigen Windes konnten wir tolle Fotos machen und die beeindruckende Naturgewalt auf uns wirken lassen.
Nach diesem ereignisreichen Tag kamen wir schließlich in unserer neuen Unterkunft in Laugarvatn an – klein, aber fein, mit einem wirklich schönen Ausblick. Es reichte für eine kleine Stärkung am Abend, bevor wir noch einmal aufbrachen: Diesmal ging es in das örtliche Schwimmbad „Sundlaugin Laugarvatni“.
Das Freibad liegt idyllisch direkt am See und bietet neben klassischem Schwimmen auch wohlige Entspannung im warmen Thermalwasser – genau das Richtige nach einem Tag voller Wind, Wanderungen und Naturwunder. Die Kinder konnten sich nochmal austoben, während wir den Tag entspannt ausklingen ließen.



Tag 5
Tag 5 — Polarlichter, heiße Quellen und ein Regenbogen über dem Wasserfall
In der Nacht wurden wir von etwas ganz Besonderem geweckt: Polarlichter! Zum ersten Mal in diesem Urlaub hatten wir das Glück, sie mit eigenen Augen zu sehen. Grüne Schleier tanzten am Himmel, und wir griffen natürlich sofort zur Kamera, um dieses magische Natur-schauspiel festzuhalten. Es war beeindruckend – still, faszinierend und etwas, das man nur schwer in Worte fassen kann. Ein Moment zum Staunen.
Am Morgen ging es dann weiter mit unseren Erkundungen. Unser erster Stopp war der Kerið-Krater – ein etwa 3.000 Jahre alter Vulkankrater mit einem türkisblauen See im Inneren. Der Kraterrand ist leicht zugänglich, und der Ausblick auf das rot-schwarze Vulkangestein in Kombination mit dem klaren Wasser war absolut sehenswert.
Anschließend fuhren wir weiter nach Hveragerði, wo unsere Wanderung ins Reykjadalur-Tal begann. Hier fließt der berühmte heiße Fluss von Hveragerði, gespeist von unterirdischen geothermischen Quellen. Der Hin- und Rückweg betrug rund acht Kilometer und führte durch beeindruckende Hügellandschaften, dampfende Erde und blubbernde Quellen. Oben angekommen wurden wir mit einem warmen, natürlichen Fluss belohnt – mitten in der Natur, ohne Becken oder Fliesen, nur heißes Wasser, Steine und Weitblick.
Während wir Erwachsenen das Bad im heißen Wasser genossen, hielten sich die Jungs lieber an Land. Sie hatten keine Lust auf das warme Nass und entschieden sich stattdessen für die trockene Variante: Aussicht genießen, beobachten, entdecken. Und ehrlich gesagt – bei dieser Landschaft auch eine absolut nachvollziehbare Wahl.
Nach dem Rückweg brauchten wir eine kleine Pause, fuhren dann aber noch weiter zu einem weiteren Highlight: dem Urriðafoss, einem der wasserreichsten Wasserfälle Islands. Im Vergleich zu den spektakulär hohen Wasserfällen wie Gullfoss ist Urriðafoss eher flach, aber das gewaltige Volumen des Wassers, das hier tosend über die Felsen stürzt, ist beeindruckend. Als sich dann auch noch ein kleiner Regenbogen über dem Fluss bildete, war der Moment perfekt.
Zum Abschluss dieses erlebnisreichen Tages ging es für uns und die Kinder noch ins Schwimmbad von Selfoss – ein familienfreundliches Bad mit Rutschen, warmen Becken und einem schönen Außenbereich. Nach der anstrengenden Wanderung war das genau der richtige Abschluss. Die Kinder hatten riesigen Spaß, und wir konnten den Tag entspannt ausklingen lassen.



Tag 6
Tag 6 — Heiße Quellen, geheime Schluchten und der letzte Abend im Süden
Nach den ereignisreichen letzten Tagen ließen wir es heute ein wenig ruhiger angehen – zumindest für isländische Verhältnisse. Gegen 9:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Secret Lagoon (auf Isländisch: Gamla Laugin) in Flúðir, einer der ältesten natürlichen heißen Quellen des Landes.
Im Vergleich zur bekannten Blauen Lagune ist die Secret Lagoon deutlich kleiner und ursprünglicher – und genau das machte sie für uns so besonders. Es war ruhig, kaum andere Gäste vor Ort, das Wasser war wunderbar warm, und die Atmosphäre entspannt. Die Kinder hatten ihren Spaß, wir konnten die Seele baumeln lassen – ein rundum gelungener Start in den Tag.
Nach dem Bad stärkten wir uns mit einem kleinen Snack und machten uns dann auf zur Geheimschlucht am Fluss Hvítá, auch bekannt als Brúarhlöð. Die Schlucht gilt als echter Geheimtipp – rau, wild, mit türkisblauem Wasser, das sich tief in das Lavagestein gegraben hat. Gemeinsam mit den Kindern machten wir eine kleine Abenteuerwanderung entlang des Flusses. Die schmalen Pfade, Felsen und der Blick in die Tiefe sorgten für Nervenkitzel und fantastische Fotomotive. Ein echtes Highlight!
Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch zum Brúarfoss, einem versteckten Wasserfall, der als einer der schönsten im Süden Islands gilt. Sein Wasser ist ungewöhnlich hellblau und fließt in vielen kleinen Kaskaden über schwarze Lavafelsen – ein malerischer Anblick. Auch hier war die Wanderung eher kurz und gut machbar, perfekt für einen entspannten letzten Ausflug in dieser Region.
Jetzt sitzen wir in unserer Ferienwohnung, lassen den Tag langsam ausklingen, genießen den letzten Abend hier im Süden – ein bisschen wehmütig vielleicht, aber voller Vorfreude auf das, was der Norden morgen für uns bereithält.
Wusstest du schon?
Die Secret Lagoon entstand bereits 1891 und war einst das erste öffentliche Schwimmbad Islands. Heute wird sie von natürlichen heißen Quellen gespeist, die konstant etwa 38–40 Grad warmes Wasser liefern. Ringsherum blubbern kleine Geysire und erinnern daran, dass unter Island unaufhörlich die Erde lebt.



Tag 7
Tag 7 — Abschied vom Süden, Wasserfälle und Robben im Norden
Heute hieß es Abschied nehmen vom Süden Islands. Nach einer schönen Zeit voller Natur-wunder, Thermalquellen und Abenteuer packten wir am Morgen unsere Sachen in Laugarvatn zusammen und brachen in Richtung Norden auf – Ziel: Hvammstangi, am Eingang zur Halbinsel Vatnsnes.
Unterwegs legten wir noch einen Stopp bei zwei besonders eindrucksvollen Wasserfällen ein: Hraunfossar und Barnafoss.
Die Hraunfossar – zu Deutsch „Lavawasserfälle“ – sind eine Kette von kleinen Wasserfällen, die scheinbar direkt aus dem schwarzen Lavafeld hervorquellen. Tatsächlich speisen sie sich aus einer unterirdischen Quelle, deren Wasser aus dem Poren- und Spaltensystem der Lava langsam an die Oberfläche tritt und in den türkisblauen Fluss Hvítá fließt. Ganz in der Nähe liegt der Barnafoss, ein wilder, schäumender Strom, der sich dramatisch durch eine enge Felsenschlucht drängt. Beide Wasserfälle liegen nahe beieinander, lassen sich gut zu Fuß erkunden und boten uns ein beeindruckendes Naturerlebnis.
Danach ging es weiter nach Hvammstangi, einem kleinen Ort im Nordwesten, bekannt als Ausgangspunkt für Robbenbeobachtungen. Von dort aus fuhren wir auf die Halbinsel Vatnsnes, genauer gesagt nach Illugastaðir, einem beliebten Spot zum Seal Watching. Und tatsächlich: Wir hatten Glück und konnten mehrere Robben beobachten, wie sie sich auf den Felsen räkelten oder gemächlich durchs Wasser glitten. Die Kinder waren begeistert – und wir auch.
Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser neues Quartier: ein kleines Cottage, rustikal und gemütlich – mit einem Raum, einem Doppelstockbett und einer Couch, auf der zwei von uns heute Nacht schlafen werden. Es ist eng, aber charmant. Leider fiel unser geplanter Besuch im örtlichen Schwimmbad aus – ein isländischer Feiertag sorgte dafür, dass es bereits um 16 Uhr geschlossen hatte.
Dafür genießen wir jetzt einen ruhigen Abend in unserer kleinen Hütte, gönnen uns etwas Erholung – und hoffen auf weitere Nordlichter. Denn in den letzten drei Nächten durften wir gleich mehrfach das magische Leuchten am Himmel bestaunen. Ein echtes Geschenk.
Morgen geht es früh weiter nach Akureyri, die größte Stadt des Nordens – und wir haben einiges vor!



Tag 8
Tag 8 — Kolugljúfur-Schlucht, Weihnachtsmänner und Rutschenspaß
Heute machten wir uns auf den Weg von Hvammstangi nach Akureyri, der „Hauptstadt des Nordens“. Bevor wir dort ankamen, legten wir einen Zwischenstopp an der Kolugljúfur Schlucht ein – ein echter Geheimtipp. Diese dramatische Schlucht liegt etwas abseits der Ringstraße und ist bekannt für die beeindruckenden Kolufossar-Wasserfälle, die sich donnernd durch das enge Felstal stürzen.
Die Kulisse war atemberaubend – fast mystisch – und das Beste: Wir waren fast allein dort. Die Schlucht ist ungesichert, es gibt kein Geländer, keine Absperrung – was das Erlebnis einerseits intensiver, aber auch anspruchsvoller macht. Besonders mit Kindern mussten wir gut aufpassen. Doch gerade diese Ursprünglichkeit machte den Reiz aus. Ein wilder, schöner Ort, der uns allen im Gedächtnis bleiben wird.
In Akureyri angekommen, schlenderten wir durch die kleine, aber lebendige Innenstadt. Vor allem die Fußgängerzone mit ihren bunten Geschäften, Cafés und Boutiquen hat Flair. Die Kinder hatten ein ganz besonderes Ziel: die 13 isländischen Weihnachtsmänner – liebevoll gestaltete Figuren, die sie sich als Andenken mit nach Hause nahmen.
Anschließend besuchten wir The Christmas House (Jólahúsið), den wohl bekanntesten Weihnachtsladen in Akureyri – ein gemütlich dekoriertes rotes Haus voller Lichter, Dekorationen und isländischem Weihnachtsspirit, das das ganze Jahr über geöffnet ist. Im Inneren gibt es alles, was das Weihnachtsherz begehrt – von traditionellen Ornamenten bis zu hand-gemachten Souvenirs. Draußen knisterte eine Feuerschale, an der man Marshmallows rösten konnte, und es gab sogar kandierte Äpfel – ein Hauch von Weihnachten mitten im April.
Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch etwas richtig Spaßiges: einen Besuch im Schwimmbad von Akureyri. Das Bad ist nicht nur modern und familienfreundlich, es bietet auch die längste Wasserrutsche Islands – ein echtes Highlight für die Kinder! Sie tobten sich aus, lachten, rutschten, plantschten. Und auch wir genossen die wohlige Wärme der Hot Pots, während über uns noch immer ein wenig Schnee auf den Bergen lag.
Jetzt sitzen wir in unserer neuen Ferienwohnung mit Blick auf die verschneiten Gipfel, müde, aber glücklich – und gespannt auf das, was der morgige Tag für uns bereithält.
Wusstest du schon?
In Island gibt es nicht nur einen Weihnachtsmann, sondern 13 verschiedene, die sogenannten Jólasveinar. Sie leben laut Legende in den Bergen und kommen ab dem 12. Dezember nacheinander ins Tal, um den Kindern kleine Geschenke (oder Streiche!) zu bringen – jeder mit seiner eigenen Persönlichkeit und seinem eigenen „Stil“. Vom Türzuschläger (Hurðaskellir) bis zum Wurststibitzer (Bjúgnakrækir) ist alles dabei. Die Kinder lieben diese schrulligen Gestalten – und wir auch!



Tag 9
Tag 9 — Osterüberraschung, Wale & ein göttlicher Wasserfall
Am Morgen des Ostersonntags wachten wir in unserer Ferienwohnung in Akureyri auf – und tatsächlich war der Osterhase dagewesen! Die Kinder durchstöberten begeistert die Wohnung nach versteckten Schokoladeneiern und wurden auch fündig. Gemeinsam färbten wir noch ein paar bunte Eier und frühstückten anschließend ganz gemütlich – ein wunderbar entspannter Start in den Tag.
Nach dem Frühstück machten wir einen Spaziergang durch Akureyri und besuchten den botanischen Garten (Lystigarður Akureyrar). Auch wenn es noch früh im isländischen Frühling war und die Beete größtenteils brachlagen, zeigten sich bereits die ersten Blüten – ein schöner Vorgeschmack auf den Sommer. Der Garten ist liebevoll angelegt, mit kleinen Wegen, Beeten, Brücken und Ruheplätzen. Man konnte sich gut vorstellen, wie prachtvoll es hier im Juli oder August sein muss.
Doch dann kam der eigentliche Höhepunkt des Tages: eine Überraschung für die Kinder. Wir fuhren nach Hauganes, ein kleines Fischerdorf nördlich von Akureyri – und stachen dort zur Whale Watching Tour in See. Die Spannung war groß, und wir hatten tatsächlich Glück: Ein Zwergwal (Minkwal) tauchte ganz in der Nähe unseres Bootes auf und schwamm mehrmals vorbei. Es war ein besonderes Erlebnis – ruhig, beeindruckend, fast ein wenig magisch. Auch die raue Küstenlandschaft ringsum mit ihren schneebedeckten Bergen und dem offenen Nordmeer machte diese Tour zu etwas ganz Besonderem.
Auf dem Rückweg hielten wir noch am berühmten Goðafoss, dem „Wasserfall der Götter“. Der halbkreisförmige Wasserfall gilt als einer der schönsten in Island – und das zu Recht. Das tosende Wasser stürzt in breiten Kaskaden über schwarze Felsen, der Sprühnebel glitzert in der Sonne, und über allem liegt eine gewisse Erhabenheit.
Am Abend kamen wir in unserer neuen Unterkunft in Mývatn an. Müde, aber erfüllt von den Eindrücken dieses besonderen Ostertages. Jetzt freuen wir uns auf morgen, denn die Gegend rund um den Mývatn-See ist bekannt für ihre geologischen Wunder und mystischen Landschaften.
Wusstest du schon?
Zwergwale, auch Minke Whales genannt, sind mit 7–10 Metern die kleinsten Vertreter der Bartenwale. Sie gelten als neugierig und nähern sich mitunter sogar Booten – so wie heute. In Islands Gewässern sind sie neben Buckelwalen, Schweinswalen und manchmal sogar Orcas regelmäßig zu beobachten. Die beste Zeit für Whale Watching ist von April bis September.
Wusstest du schon?
Der Name Goðafoss geht auf eine alte Überlieferung zurück: Als Island im Jahr 1000 das Christentum als offizielle Religion annahm, soll der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði als Zeichen seiner Entscheidung die Statuen der alten nordischen Götter in diesen Wasserfall geworfen haben. Der „Wasserfall der Götter“ wurde so zum Symbol für den Wandel der Zeit.



Tag 10
Tag 10 — Lava, Krater, Schwefeldampf & ein Bad mit Aussicht
Heute starteten wir früh in den Tag – und es sollte ein besonders aktiver werden. Unser erstes Ziel war Dimmuborgir, ein bizarrer Lavafeld-Komplex südlich des Mývatn-Sees, den wir bei herrlichem Wetter erkundeten.
Die Kinder waren besonders motiviert – denn laut isländischer Legende leben hier die 13 Weihnachtsmänner (Jólasveinar) in kleinen Höhlen und Lavaspalten. Also hieß es: Augen auf, jede Höhle inspizieren, vielleicht begegnet uns ja einer! Auch wenn wir keinen persönlich getroffen haben, war es eine großartige Wanderung durch das steinerne Labyrinth aus zerklüfteten Felsen, natürlichen Bögen und moosbewachsenen Skulpturen.
Mit ein wenig Fantasie konnte man in den Lavabrocken sogar Gesichter von Trollen erkennen – lange Nasen, dicke Backen oder finstere Blicke. Besonders in der Morgensonne wirk-ten viele Steine fast lebendig. Die Kinder hatten großen Spaß daran, immer neue Trollgesichter zu entdecken.
Nach der Erkundung der Höhlen ging es weiter zum Hverfjall-Krater, einem nahezu perfekten Tuffring mit über einem Kilometer Durchmesser. Der Aufstieg war steil und windig – ein beschwerlicher Weg, der sich aber absolut lohnte. Oben angekommen liefen wir einmal rund um den Kraterrand, mit weitem Blick über das gesamte Mývatn-Gebiet.
Danach wanderten wir noch die blaue Route durch Dimmuborgir – anspruchsvoll, aber ab-wechslungsreich und wunderschön. Insgesamt kamen wir heute auf über 10 Kilometer Strecke – Respekt für alle, besonders für die Kinder!
Zurück in der Ferienwohnung gönnten wir uns eine kleine Pause und stärkten uns beim Mittagessen. Doch lange saßen wir nicht still, denn der nächste Programmpunkt wartete bereits: das Geothermalgebiet von Hverir bei Námaskarð.
Hier brodelte, zischte und dampfte es an allen Ecken. Der schwefelige Geruch lag schwer in der Luft, während aus dem Boden blubbernde Schlammtöpfe und fauchende Fumarolen auf-stiegen. Die Farben reichten von rostrot über kalkweiß bis hin zu gelblich-schwefelig – fast schon wie auf einem anderen Planeten.
Zum Abschluss dieses energiegeladenen Tages ließen wir uns im Mývatn Nature Bath treiben – ein natürliches Thermalbad, oft als die kleine Schwester der Blauen Lagune bezeichnet. Im milchig-blauen Wasser ließen wir die müden Beine baumeln, blickten auf die umliegenden Lavafelder – und genossen einfach den Moment.
Ein perfekter Abschluss für einen sehr aktiven, aber rundum gelungenen Tag.
Wusstest du schon?
Dimmuborgir bedeutet übersetzt „dunkle Burgen“ – und tatsächlich wirkt das Lavafeld mit seinen grotesken Felsformationen wie eine alte Festung. Entstanden ist es vor etwa 2.300 Jahren durch einen Vulkanausbruch unter einem See, was die ungewöhnlichen Formen erklärt. Der Ort gilt in der isländischen Folklore als Heimat von Trollen – und eben den 13 Weihnachtsmännern.
Wusstest du schon?
Der Hverfjall ist ein sogenannter Tuffring – eine ringförmige Vulkanstruktur, die entsteht, wenn Magma auf Wasser trifft (z. B. Grundwasser oder einen See). Die daraus entstehenden Explosionen schleudern Asche und Gesteinsmaterial in die Luft, das sich anschließend kreisförmig um die Ausbruchsstelle ablagert. Das Ergebnis: ein breiter, flacher Krater aus vulkanischer Asche und Tuffgestein.



Tag 11
Tag 11 — Von Wasserfall zu Wasserfall: Dettifoss, Stuðlagil, Hengifoss & ein neues Abenteuer im Osten
Heute ging es für uns früh los – wir verabschiedeten uns vom mystischen Mývatn und machten uns auf in Richtung Egilsstaðir, dem Tor zum Osten Islands. Die Strecke war lang, aber gespickt mit gewaltigen Naturerlebnissen – allen voran: Wasserfälle, Schluchten und faszinierende Felsformationen.
Unser erster Halt war einer der beeindruckendsten Wasserfälle Islands – der Dettifoss. Er gilt als der leistungsstärkste Wasserfall Europas, gemessen an der Wassermenge pro Sekunde. In einer gewaltigen Gischt stürzt das graubraune Wasser des Flusses Jökulsá á Fjöllum über eine 45 Meter hohe Kante in die Tiefe – mit einem Donnern, das man noch aus der Ferne spürt. Es ist ein ehrfurchtgebietender Ort, roh, laut, kraftvoll.
Gleich daneben liegt der Selfoss, ein eher eleganter, breit gefächerter Wasserfall, der über mehrere Stufen in die Schlucht fließt – leiser, aber nicht weniger schön. Die Nähe der beiden Wasserfälle macht diesen Ort zu einem idealen Stopp auf dem Weg in den Osten.
Tipp:
Die östliche Seite der Schlucht bietet den besseren Zugang zum Dettifoss – so wie wir es gemacht haben. Die westliche Seite ist schwerer zu erreichen, belohnt aber mit anderen Perspektiven.
Danach fuhren wir weiter zur berühmten Stuðlagil-Schlucht, einem echten Naturwunder im Osten Islands. Die Schlucht besticht durch ihre gigantischen Basaltsäulen, die steil in den türkisgrünen Fluss Jökla abfallen – ein Ort wie aus einer Fantasy-Welt.
Wir entschieden uns für einen Besuch der Aussichtsplattform auf der Westseite – ein guter Einstieg, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Der Blick in die Tiefe war faszinierend. Auch wenn wir nicht auf die östliche Seite gewandert sind (von dort hat man den berühmten Blick direkt auf die Säulen), war schon dieser kurze Stopp eindrucksvoll und ganz besonders.
Wenig später hielten wir noch am Rjúkandi-Wasserfall, direkt an der Ringstraße. Er fällt elegant in mehreren Stufen über dunkles Gestein, umgeben von grünem Moos und Fels – ein schöner Ort für eine kurze Pause. Auch hier wieder: kaum jemand außer uns, viel Platz, viel Ruhe.
Unser letztes großes Ziel des Tages war der Hengifoss, einer der höchsten Wasserfälle Islands. Die Wanderung dorthin war sportlich, aber lohnenswert – vorbei an roten Gesteinsschichten und über steinige Pfade. Auf dem Weg liegt auch der kleinere, aber wunderschöne Litlanesfoss, eingerahmt von fast perfekten Basaltsäulen, die wie eine steinerne Orgel wirken.
Am Abend erreichten wir unser Hostel in Egilsstaðir – sauber, freundlich, und mit einer Gemeinschaftsküche, in der wir zusammen unser Abendbrot zubereiteten. Eine neue Erfahrung, die überraschend gemütlich war – Kochen, Klönen, Mitreisende treffen.
Zum Tagesausklang besuchten wir noch das örtliche Schwimmbad von Egilsstaðir – mit warmem Wasser und entspannter Atmosphäre. Ein gelungener Abschluss für einen Tag voller Wasser, Wind, Felsen und Bewegung.
Wusstest du schon?
Die Stuðlagil-Schlucht war lange Zeit unter Wasser verborgen. Erst seit dem Bau eines Wasserkraftwerks 2009 und der Umleitung des Flusses Jökla wurde sie nach und nach sichtbar – seither gilt sie als eine der spektakulärsten Neuentdeckungen Islands.



Tag 12
Tag 12 — Vom verschneiten Fjord zum schwarzen Strand: Filmkulisse, Fischerdorf & ein Leuchtturm in Orange
Heute verließen wir Egilsstaðir in Richtung Höfn, ganz im Südosten Islands. Die Fahrt war ein Erlebnis für sich – eine Reise durch alle Elemente Islands: Schnee auf den Passstraßen, die endlose Weite des Atlantiks, dramatische Berglandschaften und zwischendurch das Gefühl, mitten in einem Naturfilm zu sein.
Auf halber Strecke legten wir einen Stopp im Fischerdorf Djúpivogur ein – ein ruhiger, charmanter Ort mit bunten Häusern, kleinen Fischerbooten und viel künstlerischem Flair. Besonders auffällig war das rote Langhaus, ein historisches Gebäude direkt am Hafen, das heute ein Kulturzentrum und Café beherbergt.
Nicht weit davon entfernt entdeckten wir die berühmte Eierskulpturen-Reihe „Eggin í Gleðivík“ – 34 riesige steinerne Vogeleier, die symbolisch für die Vogelarten der Region stehen. Die Skulpturen ziehen sich in einer Linie am Ufer entlang und bilden ein tolles Fotomotiv.
Im Anschluss machten wir noch einen Abstecher zu einem Leuchtturm, der sofort ins Auge stach: leuchtend orange, klein, aber markant – ein toller Kontrast zum stürmischen Himmel und den dunklen Felsen ringsum. Der Spaziergang dorthin war kurz, aber lohnenswert.
Später erreichten wir Stokksnes, einen der dramatischsten Küstenabschnitte Islands. Dort erwartete uns ein tiefschwarzer Sandstrand, darüber der gewaltige Berg Vestrahorn, der sich mit seinen Zacken und Felswänden direkt aus dem Meer erhebt.
Ein mystischer Ort – nicht ohne Grund diente Stokksnes als Drehort für die Serie Vikings. Die alten Holzhütten, der Blick über den Atlantik, der peitschende Wind: Man fühlte sich wirklich in eine andere Zeit versetzt. Wir machten viele Fotos und erkundeten das Gelände ausgiebig.
Am Abend erreichten wir Höfn, checkten in unsere neue Ferienwohnung ein und gingen wie inzwischen fast schon traditionell ins örtliche Schwimmbad. Das warme Wasser, die entspannte Stimmung – genau das Richtige nach diesem langen, erlebnisreichen Tag.
Zum Abschluss machten wir noch einen Abendspaziergang am Strand – das Licht war golden, die Luft frisch, und irgendwo in der Ferne rauschte das Meer. Island von seiner stillsten Seite.
Wusstest du schon?
Die Eggin í Gleðivík wurden 2009 vom Künstler Sigurður Guðmundsson geschaffen. Jedes Ei steht für eine Vogelart, die in der Bucht rund um Djúpivogur vorkommt – ein stilles Denkmal für die Naturvielfalt Ostislands.



Tag 13
Tag 13 — Eis, Wasserfälle & Frühlingsgefühle im Nationalpark
Heute Morgen verließen wir Höfn bei leichtem Regen und grauem Himmel. Die Sicht war diesig, die Luft kühl – aber wir machten uns frohen Mutes auf den Weg, denn der Tag ver-sprach große Naturwunder.
Unser erster Stopp war am berühmten Jökulsárlón, dem größten und bekanntesten Gletschersee Islands. Vor uns trieben riesige Eisberge, die vom Gletscher Breiðamerkurjökull abgebrochen waren, langsam durch das stille Wasser. Ein magischer Anblick – das bläulich schimmernde Eis, das Knacken in der Ferne, das leise Plätschern. Am Rand des Sees entdeckten wir sogar eine kleine Robbe, die ruhig durch das eiskalte Wasser glitt – zwischen den schwimmenden Gletscherstücken.
Direkt gegenüber liegt der Diamond Beach, ein Abschnitt schwarzen Lavasands, auf dem Eisbrocken aus dem See wie funkelnde Diamanten verstreut liegen. Wir spazierten am Strand entlang, trotz Regen und Kälte – die Kulisse war einfach zu eindrucksvoll, um sich davon abhalten zu lassen.
Anschließend fuhren wir nur wenige Kilometer weiter zum Fjallsárlón, einem etwas kleineren, aber nicht minder schönen Gletschersee. Hier war es ruhiger, weniger Menschen – was uns erlaubte, in aller Ruhe zu fotografieren und die friedliche Atmosphäre zu genießen. Der Blick auf den Gletscher, der direkt ins Wasser mündet, wirkte fast wie eine Landschaft aus einer anderen Welt.
Tipp: Wer es weniger touristisch mag, findet am Fjallsárlón oft deutlich mehr Ruhe als am berühmteren Nachbarn.
Danach machten wir uns auf den Weg in den Skaftafell-Nationalpark, ein Teil des Vatnajökull-Nationalparks – Islands größtem Schutzgebiet. Wir parkten am Besucherzentrum, packten unsere Rucksäcke – und stiegen hinauf zum Svartifoss, dem „Schwarzen Wasserfall“.
Oben angekommen, staunten wir: Das Wetter hatte komplett umgeschlagen. Sonne, warme Luft, wir liefen teilweise sogar im T-Shirt. Die Kinder stiegen mit den Füßen ins klare Wasser unterhalb des Wasserfalls und hatten großen Spaß. Der Svartifoss selbst beeindruckt mit seiner Kulisse aus dunklen Basaltsäulen, die fast wie eine riesige Orgel wirken.
Nach einer kleinen Pause machten wir noch einen kurzen Spaziergang zur Gletscherzunge auf der anderen Seite des Parks. Dort kamen wir ganz nah an den Vatnajökull-Gletscher heran, spürten die kalte Luft, die vom Eis herüberzog, und staunten über die zerklüfteten Strukturen des Eises – weiß, grau, blau.
Eigentlich wollten wir den Tag noch wie gewohnt im Schwimmbad ausklingen lassen, doch die Zeit war gegen uns: Zu spät dran. Also fuhren wir weiter zu unserem Cottage für die Nacht, machten uns ein gemütliches Abendessen – und genossen einfach die Ruhe.
Ein Tag zwischen Eis und Sonne, Schnee und Frühlingswärme, voller Kontraste – und genau deshalb so typisch für Island.
Wusstest du schon?
Die einzigartigen Säulen des Svartifoss haben isländische Architekten inspiriert – z. B. für die Fassade der berühmten Hallgrímskirkja in Reykjavík.



Tag 14
Tag 14 — Canyons, Wasserfälle & Abschied vom Land aus Feuer und Eis
Heute brach unser letzter richtiger Tag in Island an. Wir verließen am Morgen unser Cottage und machten uns auf Richtung Keflavík, wo wir die letzte Nacht im Hotel verbringen würden. Doch vorher warteten noch ein paar letzte Highlights auf uns.
Unser erster Stopp führte uns zum Fjaðrárgljúfur-Canyon – eine dramatisch schöne Schlucht mit steil aufragenden Felswänden und einem glitzernden Fluss, der sich hindurchschlängelt.
Wir wanderten den gut ausgebauten Weg entlang bis zu einem kleinen Wasserfall am Ende der Schlucht. Die Wanderung war angenehm leicht und machte allen Spaß – auch wenn es am Vormittag regnete und die Sicht wegen des Nebels manchmal eingeschränkt war. Glücklicherweise klarte es während unseres Aufstiegs etwas auf – erst beim Rückweg zog der Nebel richtig herein und tauchte die Schlucht in eine fast mystische Stimmung.
Anschließend machten wir Halt am berühmten Skógafoss, einem der bekanntesten Wasserfälle Islands. Hier war es jedoch sehr voll – viele Touristen, viele Busse. Deshalb hielten wir uns nur kurz auf, machten einige Fotos und fuhren dann bald weiter.
Unser nächster kurzer Stopp war am Eyjafjallajökull, dem berühmten Vulkan, dessen Ausbruch im Jahr 2010 den Flugverkehr in ganz Europa lahmgelegt hatte. Der Vulkan lag größtenteils im Nebel, aber allein schon zu wissen, welche Kraft hier verborgen liegt, machte den Ort besonders eindrucksvoll. Und ein bisschen erinnerte sich jeder von uns noch an die Schlagzeilen aus der Zeit.
Danach ging es weiter zum Seljalandsfoss – einem Wasserfall, hinter dem man entlanglaufen kann. Trotz des Regens wagten wir den Weg hinter dem fallenden Wasser her. Die feuchte Gischt und das Donnern des Wassers machten das Erlebnis noch intensiver. Nicht weit entfernt besuchten wir auch den weniger bekannten, aber sehr schönen Gljúfrabúi, einen Wasserfall, der versteckt in einer Felsenspalte liegt – fast wie ein geheimer Schatz.
Nach all diesen Eindrücken gönnten wir uns noch einen letzten Besuch im Schwimmbad – diesmal im bekannten Laugardalslaug in Reykjavík, einem großen Freibad mit warmen Becken, Whirlpools und Rutschen. Eine schöne Möglichkeit, den Kreis zu schließen: noch einmal entspannen, eintauchen und Island auf sich wirken lassen.
Am späten Nachmittag checkten wir in unser Hotel in Keflavík ein, packten die Sachen für die Heimreise, brachten den Mietwagen zurück – und ließen den Abend ruhig ausklingen. Müde, erfüllt und voller Eindrücke ging es ein letztes Mal in Island ins Bett.
Wusstest du schon?
Der Name Gljúfrabúi bedeutet „Bewohner der Schlucht“. Der Wasserfall war lange Zeit ein Geheimtipp – heute ist er zwar besser bekannt, wirkt aber immer noch wie ein verstecktes Naturwunder.


